Heike Dressler ist 63 Jahre alt, wohnt in Gunzenhausen in Bayern, ist Schneiderin und Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik.
Sie hat in der Bekleidungsindustrie gearbeitet, war Lehrkraft an der Fachschule für Bekleidungstechnik in Aschaffenburg und war 25 Jahre als Lehrerin an den B5 Modeschulen Nürnberg tätig.
Seit 1994 entstanden, zunächst unter Anleitung und mit Unterstützung der amerikanischen Textilkünstlerin Nancy Crow, ihre ersten eigenen textilen Arbeiten.
Farben und Formen
1996 kam sie zu den farbSTOFF-Frauen (Heide Stoll-Weber, Christine und Ingrid Stoll) und entwickelte unter dem Label Perfect Patch eine Serie von Fertigmustern für das farbSTOFFstudio.
In ihren neuen Arbeiten, aus den Stoffen der Werkstatt, ergänzt durch eigene, selbstbedruckte Stoffe, überlagern sich Farben mit Formen. Es entstehen Kontraste und Transparenzeffekte, mit einer Vielfalt an visuellen Details.
Ihre Schwerpunkte sind Intarsien mit Überschneidungen.
Intuitive Formensprache
Als Bekleidungsingenieurin ist aber auch die praktische Umsetzung vom Konzept hin zu fertigen Arbeit eine Herausforderung an ihre technische Versiertheit.
Die Formen, die sie verwendet, basieren auf den zweidimensionalen Schnittformen, die man benötigt, um den weiblichen Körper dreidimensional zu umhüllen.
Je nach Blickwinkel verändern sich Kurven und müssen ausgeglichen oder neu aufgebaut werden. Grundlinien werden durch Wiederholung eindeutiger und klarer, brennen sich auf ihrer „Festplatte“ ein und beeinflussen so wiederum ihre intuitive Formensprache.
Farben + Formen x Stoff = Textilart
Keine Arbeit, sondern Meditation
Interview Gunzenhäuser Presseschau, vom 24. April 2019
Mit einer Formel „Farben + Formen x Stoff = Textilkunst“ ist die aktuelle Ausstellung mit Quilts von Heike Dressler betitelt. Die Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik unterrichtet an der Modeschule Nürnberg und hat sich in der bundesdeutschen Patchwork-Community einen guten Namen gemacht. So haben die Patchwork Gilde Deutschland e.V. und das Textilmuseum Neumünster Quilts für ihre Sammlungen erworben. In der Bücherei sind die großformatigen Wandbehänge noch bis zum 2. Juli 2019 zu sehen. Wir haben mit Heike Dressler über ihre Arbeit und ihre künstlerische Entwicklung gesprochen.
Das Interview führte Babett Guthmann.
Frau Dressler, was bedeutet denn dieser Ausstellungstitel „Farben + Formen x Stoff = Textilkunst“?
Heißt das, auf den Quilts sind Schnittmuster zu sehen?
Eine Bekleidungsingenieurin, die Textil- und Modeschneiderinnen und Bekleidungstechniker unterrichtet, arbeitet ja nicht zwangsläufig so kreativ? Oder anders gefragt: Wie wird man Textilkünstlerin?
Wo kommt eigentlich diese Patchwork-Tradition her?
Wie entsteht jetzt so ein Quilt? Der größte in der Bücherei gezeigte Quilt aus der Serie „Giganten“ ist ja fast 2x2 Meter groß.
Macht das viel Arbeit dieses Quilten?
Wie viele solche Quilts schaffen Sie denn im Jahr?
Anerkennung für die Arbeit gibt es für Sie insbesondere von der Patchwork-Gilde und vom Textilmuseum Münster. Aber auch international haben einige Ihrer Arbeiten Beachtung gefunden.
In der Bücherei sind Beispiele aus einigen Ihrer Serien zu sehen und man sieht da auch unterschiedliche Herangehensweisen. Dazu eine letzte Frage: Was hat das Ganze mit Mode zu tun, was mit Handwerk, was mit Kunst?
Perfect Patch
Mit den Designvorlagen von Perfect Patch lässt sich Kreativität mit Präzision verbinden.
Ausstellungen
Heike Dresslers einzigartige Artquilts reisen zu Kunstausstellungen in der ganzen Welt.
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